„Ich bin ein Ostwürttemberger“

Theodor Roosevelt Teddy

Auf der Welt gibt es zwei berühmte Teddys: Den amerikanischen Präsidenten Theodor „Teddy“ Roosevelt und den Teddybär von Steiff. Kleine Preisfrage: Wer ist da nach wem benannt und hängen die beiden Teddys überhaupt und, wenn ja, wie zusammen?

Die Geschichte geht so: Theodor Roosevelt, genannt Teddy, war passionierter Jäger. Eine Jagd auf Schwarzbären in Mississippi war erfolglos geblieben. Daraufhin fingen seine Begleiter ein Bären-Baby und banden es an einen Baum. Doch der Präsident weigerte sich, auf den Kleinen zu schießen. In der "Washington Post" erschien eine Karikatur, die Roosevelt zeigte, wie er den Bären verschont. In einem Akt des Imagetransfers bekam der niedliche kleine Bär den Nick-Name des Präsidenten verpasst, hieß fortan ebenfalls Teddy und wurde zum Symbol des Präsidenten.

Lange Zeit vorher, 1880, hatte Margarete Steiff einen kleinen Elefanten aus Stoffresten geschneidert. Das „Elefäntle“ sollte eigentlich ein Nadelkissen sein, wird aber schnell zum Spielzeug ihrer Neffen und dann zu einem kleinen Erfolgsprodukt der Steiffschen Nähwerkstatt in Giengen an der Brenz. 1902 hat Margaretes Neffe Richard die Idee, nach dem Vorbild des kleinen Elefanten Bären zu produzieren. Auf der Leipziger Spielwarenmesse stellt er den Bären vor, aber kein Schwein interessiert sich dafür. Erst am letzten Tag der Messe kommt ein amerikanischer Händler und ist sofort begeistert. Er bestellt 3000 Stück, die in den USA ein riesiger Verkaufsschlager werden. Und zwar unter dem Namen, den die Washington Post für Roosevelts verschmähten Bären etablierte hatte, und unter dem bis heute alle Plüschbären bekannt sind: Teddybär.

Der Rest der Geschichte ist bekannt: Millionen Kinder in aller Welt sind mit ihrem Teddy aufgewachsen, haben ihn geliebt, geknuddelt, geknautscht und gekost. Und manchmal flüstert er leise vor sich hin: „Ich bin ein Ostwürttemberger.“