An den Wurzeln der europäischen Eisenverarbeitung

Metallbearbeitung, Metallverarbeitung und Maschinenbau haben in Ostwürttemberg eine lange Tradition. Schon 1365 ist Erzgewinnung und -verhüttung rund um Königsbronn nachweisbar, die Keimzelle der späteren Schwäbischen Hüttenwerke. Die Wurzeln der europäischen Eisenerzeugung und -verarbeitung liegen somit in Ostwürttemberg. Im 16. Jahrhundert entwickelt sich der Bergbau im Eisensandstein bei Aalen und 1671 wird in Wasseralfingen der erste Hochofen gebaut. 1921 erfolgt die Gründung der "Schwäbischen Hüttenwerke GmbH", ein Unternehmen, das Industriegeschichte schreiben sollte.

Ein heute fast vergessenes Detail am Rande: Die SHW baut 1925 den Prototyp eines Autos, das so fortschrittlich ist, dass kein Unternehmer der damaligen Zeit seinen Bau riskieren will: Aluminium-Karosserie, Einzelradaufhängung und viele weitere technische Details werden erst Jahrzehnte später in die Serie einfließen.

Insgesamt verdankt die Metallindustrie in Ostwürttemberg ihren nachhaltigen Erfolg einer bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgten Abkehr vom defizitären Hochofenbetrieb und der Spezialisierung auf die Herstellung zukunftsträchtiger Spezialerzeugnisse. Im 20. Jahrhundert wurde verstärkt in die Modernisierung und Rationalisierung der Kerngeschäftsfelder Eisengießerei, Walzwerksproduktion und Maschinenbau investiert; mit der Stilllegung des letzten Hochofens 1925 war der Wandel von der Eisenerzeugung zur Eisenverarbeitung vollendet.

Heute findet man in Ostwürttemberg eine breit diversifizierte Industrielandschaft mit High-Tech-Unternehmen rund um die Metallbearbeitung und Metallverarbeitung. Unternehmen, die ihren Ursprung in einer 650 Jahre alten Tradition finden.